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News - 2011
Hirnerkrankungen - Alzheimer künftig heilbar?
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Wirkstoffe aus der Natur - die Quellen drohen zu versiegen
Rückgang der Artenvielfalt - die Chance neue Arzneimittel aus den Quellen der Natur zu entwickeln schwindet.
In der von der UNEP veröffentlichten Studie "Sustaining Life", an der über 100 Experten mitgearbeitet haben, wird auf die riesigen Verluste in der Arzneimittelforschung durch den Rückgang und dem Aussterben von Tier- und Pflanzenarten hingewiesen. Da die Quellen der Natur fast unaufhaltsam versiegen, bleiben Wirkstoffe aus der Natur unentdeckt. Neue Generationen von Antibiotika, neue Behandlungsmethoden zu Knochenerkrankungen, Nierenversagen und neue Krebstherapien scheinen nicht mehr möglich, es sei denn die Welt ergreift Maßnahmen zur Umkehrung des gegenwärtigen alarmierenden Rückganges der biologischen Vielfalt. Notwendig seien dazu aber massive, streng kontrollierte Maßnahmen.
In unserer Fauna und Flora liegt noch ein riesiges unentdecktes Potenzial zur Entwicklung neuer Arten, sicherer hochwirksamer Schmerzmittel, Therapiemethoden zur Behandlung von Blindheit durch Makuladegeneration und möglicherweise auch Wege zur Wiederherstellung verlorenen Gewebes und Organen, beispielsweise durch das Studium von Amphibien wie Newts und Salamander.
Doch die Experten warnen, dass wir viele wirtschaftlich und medizinisch interessante Land- und Meereslebewesen verlieren könnten, bevor wir ihre Geheimnisse erforschen, oder, in einigen Fällen, bevor wir wissen das sie überhaupt existieren.
Das neue Buch „Substaining Life“ herausgegeben von der Universität Oxford, ist die neueste und umfassendste Behandlung dieses Themas und schließt eine große Lücke in der Argumentation zur Erhaltung der Natur.
Magenbrüterfrosch ausgestorben – eine vielversprechende Behandlung von Magengeschwüren ist damit verloren
Ein besonders anschauliches Beispiel über den Verlust höchst interessanter Arten, ist der Magenbrüterfrosch (Rheobactrachus) der bis in die 80er Jahre hinein ungestört in den australischen Regenwäldern lebte und heute ausgestorben ist.
Der weibliche Magenbrüterfrosch brütet seine Kaulquappen im Magen aus, dabei produzieren die Quappen Substanzen die Säuren und Enzyme blockieren und somit eine Verdauung im Muttermagen verhindern. Die Autoren weisen darauf hin, dass neue Erkenntnisse über die Verhütung und Behandlung von Magengeschwüren, an denen allein in den USA 25Mio Menschen leiden, für immer verloren sind da beide Arten des Rheobactrachus ausgestorben sind.
Ein Kapitel des Buches ist sieben bedrohten Gruppen gewidmet die medizinisch besonders wertvoll sein können. Dazu gehören Amphibien, Bären, Kegel-Schnecken, Haie, nonhuman Primaten, Gymnosperme und Krebse.
Hierzu einige Beispiele:
Amphibien:
Die Amphibien-Klasse setzt sich aus Frösche, Kröten, Newts, Salamander und Caecilians-Legless sie sind wenig bekannte Organismen, die riesigen Regenwürmern ähneln. Fast ein Drittel der rund 6000 bekannten Amphibienarten sind vom Aussterben bedroht.
Einige in freier Wildbahn lebenden Tiere produzieren eine breite Palette neuartiger Substanzen:
Alkaloide, von Arten wie dem ecuadorianische Poison Frosch, könnten die Quelle für eine neue und neuartige Generation von Schmerzmitteln sein.
Frosch-Klebstoff, produziert von Arten wie dem australischen Frosch, könnte dazu führen, dass natürliche Klebstoffe für die Reparatur von Knorpel und anderen Gewebsteilen des Menschen entwickelt werden.
Einige Frösche, wie der graue Laubfrosch und der Chorus Frosch können lange eingefroren überleben ohne das ihre Zellen Schaden nehmen . Die Erkenntnis, wie die Frösche dies tun, kann der Schlüssel sein, knappe Organe für die Transplantation, vielleicht besser erhalten können.
Bären:
Neun Bärenarten sind vom Aussterben bedroht wie auch die Eisbären, die Giant Panda, und die asiatischen Schwarzbären.
Die Gefahren für die Bären sind vergleichbar mit denen der Amphibien, darüber hinaus laufen viele Bären Gefahr getötet zu werden weil ihre Körperteile für die Herstellung von Gallseife verwendet wird, die zu hohen Schwarzmarktpreisen in Ländern wie China, Japan und Thailand angeboten wird.
Einige Arten, bekannt als "Denning" verweilen bei Nahrungsknappheit in einem Ruhezustand und sind dabei in der Lage eine Vielzahl Körpereigener Stoffe zu recyclen. Während Menschen bei 5 Monatiger Bettlägrigkeit bis zu einem Drittel an Knochenmasse verlieren entsteht beim Bären in der gleichen Zeit neue Knochensubstanz.
Denning Bären können einen Zeitraum von mehr als fünf Monate ohne ausscheiden ihres Harns überleben, Menschen würden durch die Ansammlung dieser toxischen Stoffe nach nur wenigen Tagen sterben.Schätzungsweise sind 1,5 Millionen Menschen weltweit in der Behandlung terminaler Niereninsuffizienz, und mehr als 80000 sterben jedes Jahr allein in den USA an dieser Krankheit. Durch das Studium der Denning Bären, können wir lernen, diese Patienten effektiver zu behandeln und die Überlebensrate zu erhöhen.
Die Erforschung der Körperfunktionen des Denning Bären sind daher von enormen Wert für die Medizin.
Kegel Schnecken
Einige Kegelschnecken Arten können zwischen 70.000 und 140.000 Peptid-Verbindungen produzieren, eine große Anzahl könnte für die Entwicklung menschlicher Medikamente geeignet sein, doch nur ein paar hundert wurden bisher charakterisiert.
Die von den Kegelschnecken gewonnen Peptide sind Möglicherweise für die Behandlung von Harninkontinenz und Herzrhythmusstörungen geeignet.
Die Autoren betonen in Ihrem Buch ausdrücklich das diese Erkenntnisse nicht als Lizenz zum massiven „verwerten“ von Wildtieren dienen sollen, sondern sollen vielmehr Ansporn sein, bereits gefährdetete Arten zu schützen und in ihren Ökosystemen zu erhalten!
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